Als Wärmeverteilsystem bezeichnet man den Teil der Heizungsanlage, der die erzeugte Wärme dort hin transportiert, wo sie benötigt wird. Waren früher hauptsächlich Schwerkraftheizungen üblich, so zählen heute zum Wärmeverteilsystem noch Pumpen und Armaturen dazu, die das Heizwassers in Bewegung bringen und seinen Fluss regeln.

Abkehr von der Schwerkraftheizung

Diese Methode der Wärmeverteilung macht sich zunutze, dass warmes Wasser eine niedrigere Dichte aufweist, als kaltes und deswegen nach oben steigt. Allerdings tut es das nur recht langsam und die gravierenden Mängel des Systems treten ans Licht: seine Trägheit und seine damit verbundene schlechte Regelbarkeit.

Der Nachfolger: die Pumpenwarmwasserheizung

Durchgesetzt hat sich letztendlich die Pumpenwarmwasserheizung, wo eine elektrisch betriebene Pumpe das Heizungswasser in einem geschlossenen Kreislauf in Bewegung hält. Da sich das Volumen des Wassers mit zunehmender Temperatur vergrößert, nimmt ein Ausdehnungsgefäß die überschüssige Flüssigkeit auf.

Moderne Heizungspumpen arbeiten elektronisch geregelt und lastabhängig. Sind die Ventile der Heizkörper geschlossen, reduziert der Motor seine Leistung oder schaltet sich sogar ganz ab. Wird wieder ein Ventil geöffnet, fällt der Druck in der Leitung und die Pumpe springt wieder an.

Durch diese Regelung spart diese Art der Heizungspumpe gewaltige Mengen an Strom ein. Je nach Leistung der vorher installierten Pumpe (die früher in der Regel viel zu hoch ausgelegt war) kann die Einsparung bis zu 80 Prozent betragen.

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Einrohrsystem

Der Einrohrbetrieb einer Heizungsanlage läuft, wie der Name schon sagt, über eine einzelne Leitung ab. Vor- und Rücklauf eines Heizkörpers werden an eine gemeinsame Rohrleitung angeschlossen (Nebenschlussverfahren). Der Vorteil: Materialersparnis. Der Nachteil: Von Heizkörper zu Heizkörper nimmt die Vorlauftemperatur ab. Die Wärmeabgabe wird mithilfe eines Thermostatventils geregelt.

Zweirohrsystem

Bei der Zweirohrheizung werden Vor- und Rücklauf getrennt geführt und jeder Wärmeverbraucher auch getrennt an Vor- und Rücklaufleitung angeschlossen. So erhält jeder Heizkörper die gleiche Vorlauftemperatur. Die Leistung wird wie beim Einrohrsystem mit einem Thermostatventil geregelt.

Gleichmäßige Druckverhältnisse: Hydraulischer Abgleich

Das Heizungsnetz aus Pumpe, Leitungen und Heizkörpern setzt dem Wasser einen Widerstand entgegen. Und je weiter ein Heizkörper von der Pumpe entfernt ist, desto höher ist dieser Widerstand. Das Wärmeträgermedium geht den Weg des geringsten Widerstands und durchströmt die pumpennahen Heizkörper schneller als die pumpenfernen. Mit dem Ergebnis, dass Letzere mit Wärme unterversorgt werden.

Ein hydraulischer Abgleich schafft Abhilfe. Kurz auf den Punkt gebracht: Ziel ist es, eine definierte Menge Wärmeenergie in einen Raum zu transportieren, damit dort eine angenehme Temperatur herrscht. Dazu muss jeder Heizkörper im Netz genau die Menge Wasser mit einer bestimmten Vorlauftemperatur erhalten, deren gespeichete Wärme er auch abgeben kann.

Hier kommt auch noch dazu, dass die Rücklauftemperatur einen gewissen (niedrigen) Wert aufweisen muss, damit Brennwertheizungen ihre Vorteile ausspielen können.

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